Wie hatte ich mich auf diesen Abend gefreut, nach vier Monaten Konzertabstinenz die Galanacht der deutschen Startenöre in Hannover! Die Anreise aus dem Harz war aufgrund von zig Baustellen eine nervliche Herausforderung, aber das Ziel war klar anvisiert - der Kuppelsaal des HCC.
19.30 Uhr, es füllten sich die Reihen und schon der erste herbe Rückschlag, genau vor mir nahmen zwei Herrschaften mit Gardemaß von 1,95 m Platz. Aber wenig später sollte sich herausstellen, daß die Plätze schräg vor mir leer blieben, also beste Sicht auf die Bühnenmitte.
20.00 Uhr, es ging los, das Orchester nahm die Plätze ein, nicht nur für Männer ein echter Hingucker. Kurz darauf erschienen sieben gut gelaunte Tenöre, die den Abend mit "Ein Lied geht um die Welt" eröffneten. Von Björn-Konzerten gewohnt, gleich mitzuklatschen und gute Stimmung zu verbreiten, fiel ich bei meinen Sitznachbarn gleich beim ersten Titel in Ungnade. Sie "rächten" sich bis zur Pause mit Hustenanfällen, Papiergeraschel und starrem Verharren auf ihren Plätzen. Mich hat es bei Funiculi Funicula z. B. kaum auf dem Stuhl gehalten - Ihr könnt es mir glauben, meine Nachbarn saßen 1,5 Stunden wie angenagelt. Ein Tenor nach dem anderen stellte sich vor und sang zwei Solostücke. Björn brillierte mit Zephyr und Aranjuez, es war wunderschön. Die Gitarristin legte sich bei letzterem auch richtig in Zeug, aber wenn ich ehrlich bin: Sie und Uwe trennen Welten, ich habe sein Gitarrenspiel an dieser Stelle echt vermißt.
Nach der Pause hatte sich das Publikum dann doch etwas aufgerappelt und die Stimmung stieg. Tolle Stücke, noch toller vorgetragen, wechselten sich ab. Das Mario-Lanza-Medley von Björn und Erkan war klasse und Björns Präsentation seines Hits A petal of a rose der Knaller.
Und wißt Ihr, was mir aufgefallen ist? Björn überzeugte nicht nur gesanglich, sondern mit seiner unnachahmlichen offenen, natürlichen und herzlichen Art seinem Publikum gegenüber. Mir schien, die anderen sechs wollten das nach den Konzerterfahrungen der letzten Woche kopieren. Es kam aber einstudiert und damit nicht immer ehrlich rüber.
Alles in allem war es ein glanzvoller Abend und ein unvergeßliches Konzerterlebnis. Wer die Gelegenheit hat, noch Karten zu ergattern, sollte unbedingt zugreifen.
Björn, Dir alles Gute und danke! Peggy