Vielleicht können wir uns hier so verständigen:
Das Nobel-Komitee hat natürlich in vollem Bewusstsein das Für und Wider der Entscheidung für Obama im Auge gehabt. Niemand kann denen pauschal ihre Skepsis absprechen, wonach ein Nobel-Preisträger grundsätzlich Leistungen für Frieden und Verständigung erst mal vorweisen sollte, Abrüstungsabkommen unterzeichnen, Waffensysteme vernichten usw.
Aber: Ich denke das Ausschlaggebende war – und dringlich wie noch nie!! – dass Amerikas Stimme e n d l i c h wieder für Hoffnung und Fortschritt in der ganzen Welt steht. Barrack Obama hat „Yes we can“ als Zuversicht; Trotz, länderübergreifenden Gemeinschaftssinn in alle Welt getragen. Welche Hoffnung hatten denn unter Reagan, Bush 1 und 2 die sogenannten Dritte-Welt-Länder, die Länder mit den Stellvertreter-Konflikten .. Wer hat jemals auch nur im Ansatz der militär-industriellen Macht Paroli bieten können? .
Wer vermittelt glaubhaft den absoluten Willen, für Nahost eine Lösung zu finden?
Mir macht dies wie in erster Linie der notwendige Abzug aus Afghanistan auch Kopfzerbrechen. Aber: Jedermann weiß, hört täglich, welche Widerstände Obama im eigenen Land entgegenstehen. Er muß die konservativen Kräfte einbinden; seine eigene Existenz ist mit dem Nobelpreis sicherer geworden. Rückhalt für seine Politik – ich denke, das ist das Symbol des Preises; umso wichtiger, dass auch die deutsche Regierung sich der Verantwortung bewusst ist.