Habe gerade gestern Abend einen sehr interessanten Fernsehbeitrag im NRD gesehen, da war Günter Wallraff zu Gast, er hat über seine undercover Erfahrungen, Ängste und Nöte gesprochen, die er als Kwami Ogonna (Schwarz auf Weiß) erlebt hat und erleben musste. Der Begriff undercover meint, dass jemand verdeckt recherchiert und aufdeckt. Wallraff ist nicht nur in Deutschland ein Inbegriff für diese Rechercheart geworden. In den 80 Jahren beispielsweise war der Journalist zwei Jahre lang der türkische Arbeiter Ali, seine Reportage „Ganz unten“ feuerte Debatten um Diskriminierung an; ist aber sehr lesenswert und hat mich damals auch schon beeindruckt.
Ich fand es beeindruckend ehrlich aber gleichzeitig hat es mich auch wieder einmal wütend und ärgerlich gemacht, mit welcher Ignoranz und welcher Überheblichkeit wir mit unseren Mitmenschen umgehen, egal ob Günter Wallraff nun polarisieren oder sich selbst in Szene setzen möchte. Es sind die Tatsachen, ob in der Bahn, im Amt, bei der Wohnungssuche, auf dem Sportplatz oder in einer Kölner Kneipe, die es für mich wichtig machen, solche Recherchen und jetzt auch Kinofilme zu produzieren, die aufwecken und wachrütteln sollen.